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20. Jahrhundert

Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgten etwas außerhalb des Ortes und im Oberdorf nahe der Kirche Baumaßnahmen, die Kleinseelheim deutlich veränderten: 1899 wurde südwestlich des Ortes die Ziegelei erbaut, die bis 1986 Arbeitsplätze für Kleinseelheimer bereitstellte und der "Gemeinde Kleinseelheim" bis zur Gebietsreform 1971 ebenso wichtige Einnahmen erbrachte. Im Ort wurden zwei stattliche Wohnhäuser errichtet und im Jahr 1905 wurde die Kirche vergrößert und mit einer neubarocken Fassade versehen. Diesem "Aufschwung" der Gründerzeit stand allerdings die zu Beginn des 20. Jahrhunderts überwiegende Armut der Menschen entgegen, die sich z.B. in der damals hohen Kindersterblichkeit von 20 % zeigte. Es bestand ein erhebliches "soziales Gefälle" zwischen wohlhabenden Bauern und den im Dienst der Bauern stehenden Bewohnern der "Gratte".

 

Der 1. Weltkrieg (1914-18) ging auch an Kleinseelheim nicht spurlos vorbei. 21 Männer, die sich zum Kriegsdienst gemeldet hatten, kehrten aus dem Krieg nicht zurück.

 

Die späten 1920er und frühen 1930er Jahre waren durch sehr ausgeprägte politische Gegensätze geprägt, die sich z.B. im Wahlverhalten der Kleinseelheimer widerspiegelten: So wählten die Kleinseelheimer im Jahr 1932 mehrheitlich (51 %) die Nationalsozialisten, die Sozialdemokraten erhielten die zweitmeisten Stimmen und die Kommunisten erreichten mit 21 % der Stimmen ebenfalls viele Stimmen.

 

Mit der Absetzung des SPD-Bürgermeisters durch die Nationalsozialisten begannen am 28. März 1933 auch in Kleinseelheim  12 Jahre der nationalsozialistischen Diktatur (1933-45). Einige machten sich aktiv an den Verbrechen dieser Zeit mit schuldig, einige setzten sich gegen das Unrecht ein. Die Gedenktafel auf dem Kirchhof nennt 46 Namen der im 2. Weltkrieg (1939-45) getöteten bzw. seit Kriegsende vermissten Kleinseelheimer Soldaten.

 

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg kamen viele aus dem Osten Vertriebene nach Kleinseelheim. Nicht wenige von ihnen blieben im Ort, der mit der Erschließung von Bauplätzen in den 1950er Jahren deutlich anwuchs. Ein Teil der Vetriebenen, aber auch der Einheimischen, fand Beschäftigung in der Ziegelei oder im Zuge des Baus des Ohm-Rückhaltebeckens, das bis heute den in der Ohm-Aue gelegenen Teil Kleinseelheims prägt.

 

Seit Sommer 2014 arbeitet eine AG Geschichte an der Aufbereitung von Dokumenten, die bruchstückhaft die Dorfgeschichte widerspiegeln.

 

Einige weitere wichtige Ereignisse seit Mitte der 1950er Jahre führt die nachfolgende Zeittafel auf:

1954

Einweihung der neuen Grundschule und Umzug des Kindergartens in die alte Shule

1970

Eingliederung Kleinseelheims in die Stadt Kirchhain

1973

Schließung der Grundschule und Umwidmung des Gebäudes zum "Bürgerhaus"

1977

Wiedereinweihung der barocken Orgel

1979

Bau der Friedhofskapelle

1983 - 1988

Restaurierung der Kirche

 

 

 

 

 

 

 


For technical questions contact: Admin | Last Update: 14.09.14