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Stein- und Bronzezeit

Altsteinzeitliche Steingeräte belegen, dass sich bereits vor über 20.000 Jahren umherziehende Jägergruppen im Bereich der heutigen Gemarkung Kleinseelheim aufgehalten hatten.

 

Steinäxte und Pfeilspitzen sowie Gefäße der Bandkeramischen Kultur (vor ca. 7.000 Jahren) sind die ersten Hinweise auf die nacheiszeitliche Besiedlung in der Jungsteinzeit. Spätestens seit dieser Zeit betrieben unsere Vor-Vorfahren Ackerbau und lebten in festen Gebäuden. 1963/64 entdeckte der Heimatforscher Heinrich Lesch, der 1967 auch das Buch "Heimat! Eine historische Betrachtung unserer Heimat. Das Gericht Seelheim" herausgab, auf dem "Ehlerberg" nahe der südlichen Gemarkungsgrenze zwischen Großseelheim und Kleinseelheim, eine etwa 5 ha große Fläche mit zahlreichen Keramiken und Steinwerkzeugen der Bandkeramiker. Archäologische Ausgrabungen im Jahr 1992 lassen den Schluss zu, dass dort eine Siedlung mit mindestens 28 Gebäuden bestanden hatte.

Aus der Bronzezeit (vor ca. 3.000 Jahren) sind in der näheren Umgebung, besonders in den bewaldeten Marburger Lahnbergen, zahlreiche Hügelgräber der Urnenfelderkultur bekannt. In der überwiegend ackerbaulich genutzten Gemarkung Kleinseelheim sind wohl nur wenige der typischen Grabanlagen dieser Kultur erhalten geblieben. Die meisten wurden durch das Pflügen im Ackerbau zerstört. Trotzdem wurden bislang an fünf Fundstellen in der Gemarkung Kleinseelheim 19 spätbronzezeitliche Gräber festgestellt: Auf einer alten Weide auf dem "Kirschenberg", die bereits vor dem 2. Weltkrieg für den Ackerbau umgebrochen wurde, wurden fünf Gräber, die vermutlich aus der Späten Bronzezeit stammten, gefunden. Eine weitere Fundstelle aus dem Jahr 1958 liegt einen Kilometer südlich des Ortes in der Flur "Auf dem Zollstock". Dort wurde eine große Urne mit Beigefäßen gefunden (Foto). In unmittelbarer Nähe wurde wenige Jahre später ein weiteres Urnengrab entdeckt. Ein drittes Urnengrab wurde 1974/75 an gleicher Stelle geborgen. In allen drei Fällen waren den Urnen bronzene Messer beigelegt worden. Weitere Fundorte aus dieser Zeit liegen am südlichen Ortsrand und im Bereich der 1992 verlegten Ferngasleitung.

 

Dass der Mensch seit so langer Zeit in unserem Raum siedelt, ist in erster Linie den nährstoffreichen Lössböden und dem Klima des Amöneburger Beckens zu verdanken. Die Bedingungen waren schon damals für ackerbauliche Nutzung besonders günstig. Die umliegenden kargeren und rauheren Landschaften (z.B. Vogelsberg) wurden erst erheblich später besiedelt.

 

Eisenzeit und Historische Zeit

 


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