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Projektidee und -ziele

Im Kraut- und Rübengarten sollen ohne Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger Gemüse (Kartoffel, Zwiebel, …) sowie durch Pflanzung einiger Obstbäume (dabei Verwendung alter regionaler Sorten) Obst produziert und vorzugsweise an die Kita Kleinseelheim abgegeben werden. Bioabfälle, die in der Küche der Kita Kleinseelheim anfallen, sollen am Rande des Kraut- und Rübengartens kompostiert und anschließend zur organischen Düngung der Fläche mitverwendet werden. Ein erstes Ziel des Kraut- und Rübengartens ist also die Entwicklung einer ökologisch nachhaltigen lokalen Wertschöpfungskette.


Über Verkauf der Produkte an die Kita und ggf. weitere lokale Endabnehmer soll eine Person aus dem Ort zur Bewirtschaftung des Kraut- und Rübengartens teilbeschäftigt werden und für sich ein – wenn auch geringes – Einkommen erwirtschaften. Zweites Ziel ist somit die Entwicklung einer wirtschaftlich und sozial nachhaltigen lokalen Wertschöpfungskette.


Die Nutzung der Kleinseelheimer Krautgärten war seit jeher dadurch erschwert, dass allein Regenwasser zur Verfügung stand, um angebaute Pflanzen zu gießen. Dies erschwert auch seit 2012 die Nutzung des Beerengartens der Kita Kleinseelheim. Eine 300 Liter-Regentonne, die das Wasser vom Dach der Hütte des Beerengartens auffängt, reicht in den Sommermonaten nicht aus. Daher soll auf der Fläche des künftigen Kraut- und Rübengartens (ggf. nach wasserrechtlicher Prüfung) ein etwa 6 Meter tiefer Brunnen angelegt werden, der dann für den Beerengarten sowie den Kraut- und Rübengarten genutzt werden soll. Da dieser Brunnen besonders in den sonnenreichen Sommermonaten genutzt werden soll, soll der Brunnen durch ein einfaches PV-Modul als Solar-Brunnen hergestellt werden.

 

Außerdem soll am Rand der Fläche eine etwa 8 m hohe Nisthilfe für Störche errichtet werden. Weißstörche waren bis um 1950 für die Region kennzeichnend und zeigten die in der Ohm-Aue des Amöneburger Beckens sowie in weiteren kleineren Stillgewässern guten Bedingungen für an derartige Standorte angepasste Tier- und Pflanzenarten an. Als eine Folge der Intensivierung der Landnutzung (u.a. mit Drainage von Feuchtwiesen zur anschließenden Ackernutzung) mieden Weißstörche danach und bis vor wenigen Jahren das Amöneburger Becken. Nachdem in den zurückliegenden ca. zwei Jahrzehnten erneut Feuchtgebiete im Amöneburger Becken mit angrenzendem Ebsdorfer Grund geschaffen wurden (z.B. NSG Erlensee, Natura 2000 Gebiet mit Radenhäuser Lache, Renaturierung der Zwester Ohm Aue, Renaturierung der Wohraflutmulde) haben die Weißstörche seit ca. fünf Jahren das Amöneburger Becken für sich "wiederentdeckt", dies auch aufgrund des Angebots von mehreren Nisthilfen. Hier besteht jedoch weiterer Bedarf und durch Schaffung einer Nisthilfe für Störche am Rand des Kraut- und Rübengartens soll ein kleiner aber wichtiger Beitrag zum Schutz der Biodiversität in der Intensivagrarlandschaft des Amöneburger Beckens geleistet werden.

 

Der geplante Bau eines Solarbrunnens und einer Nisthilfe für Störche hat auch den Hintergrund, dass der Kraut- und Rübengarten auf Wunsch der Kita Kleinseelheim dafür mitgenutzt werden soll, den Kindern der Kita im Rahmen ihrer Natur- und Umweltbildung die Bedeutung klimaschonender Kreislaufwirtschaft und die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Landnutzung, Wasserverfügbarkeit und Biodiversitätseffekten zu vermitteln. Zu diesem Zweck - und dies ist ein wichtiges drittes Ziel des Projekts - soll der Kraut- und Rübengarten der Kita und weiteren Interessierten (z.B. Schulklassen) im Rahmen von künftigen Naturschutzveranstaltungen zugänglich gemacht werden.

Das Projekt wird im Rahmen der Bürgerprojekte zum Klimaschutz durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg gefördert.


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